Wie Sie meiner Vita entnehmen können, bin ich vor einiger Zeit auf die Lehre von Emmi Pikler aufmerksam geworden, einer ungarischen Kinderärztin, die im 20. Jahrhundert neue Wege in der Kleinkindpädagogik ging. Ihre Philosophie „Beobachte mehr, tue weniger!“ ist geprägt von Akzeptanz, Respekt, Wertschätzung und Vertrauen dem Kind gegenüber – und damit identifiziere ich mich als Tagesmutter.
Unter einer Beziehung auf Augenhöhe verstehe ich ganz praktisch liebevolle Zuwendung und den respektvolle Umgang, beispielsweise jede Handlung anzukündigen, dem Kind genau zuzuhören, auf es einzugehen und seine Reaktion abzuwarten – genau so, wie ich es auch mit einem Erwachsenen pflege. Die von mir betreuten Kinder entscheiden beispielsweise auch selbst, wie viel sie essen möchten und bekommen auch in Pflegesituationen die volle Aufmerksamkeit. Ich sehe es als meine Aufgabe, die Entwicklung des Kindes zu begleiten, nicht zu beschleunigen und verstehe mich auch nicht als Animateur. Ihr Kind hat einen „inneren Bauplan“ und bestimmt bei mir das Tempo selbst.
Dazu gehört für mich als Tagesmutter auch, den natürlichen Umgang mit einem Haustier anzubieten: Meine Labradorhündin habe ich mehrere Jahre in der renommierten Schule von Martin Rütter ausbilden lassen und das inzwischen achtjährige Tier ist ausgesprochen kinderlieb, geduldig und erfahren. Es ist selbstverständlich, dass ich den Hund regelmäßig impfen und entwurmen lasse. Bei mir bauen Kinder, deren Eltern sich aus verschiedenen Gründen kein Haustier halten, so eine angstfreie und unbelastete Beziehung zu Haustieren auf.
Die Kinder werden selbstverständlich in den normalen, geregelten Tagesablauf mit eingebunden und sammeln so spielerisch Erfahrungen bei Alltäglichkeiten wie Tisch decken, der Essenszubereitung oder auch dem gemeinsamen Backen. Auch Basteln und gemeinsames Musizieren gehören für mich als Tagesmutter dazu – aber alles richtet sich nach dem Tempo des Kindes.
